Smart Home barrierefrei 2026: Technik für selbstständiges Wohnen
Was ist ein barrierefreies Smart Home?
Smart Home für barrierefreies Wohnen ist keine Technik-Spielerei. Es geht um einen konkreten Zweck: so lange wie möglich selbstständig in der eigenen Wohnung leben. Die Fachsprache nennt das Ambient Assisted Living (AAL) — altersgerechte Assistenzsysteme, die im Hintergrund arbeiten und nur dann eingreifen, wenn es nötig ist.
Das Prinzip: Technik ersetzt Körperkraft und Aufmerksamkeit dort, wo sie nachlassen. Ein Sprachbefehl statt schwer erreichbarer Lichtschalter. Ein Sensor, der den Herd abschaltet. Ein Notruf, der automatisch ausgelöst wird, wenn jemand stürzt. In Deutschland nutzen erst 9 Prozent der über 65-Jährigen Smart-Home-Technik — das Potenzial ist groß.
Wichtig vorab: Sie brauchen kein komplettes System. Ein einzelner Sprachassistent für 25 Euro kann den Alltag spürbar erleichtern. Die folgenden zehn Lösungen lassen sich einzeln einsetzen oder schrittweise kombinieren.
Die 10 wichtigsten Smart-Home-Lösungen
1. Sprachsteuerung
Sprachsteuerung ersetzt physische Schalter, Tasten und Drehregler durch einen Sprachbefehl. Für Menschen mit eingeschränkter Greifkraft, Arthritis oder Mobilitätsproblemen bedeutet das: Licht, Heizung, Rollläden und Telefon bedienen, ohne aufzustehen.
| Gerät | Preis | Besonderheit |
|---|---|---|
| Amazon Echo Dot (5. Gen) | 25 -- 35 Euro | Einstieg, kompakt |
| Amazon Echo Show 8 | 90 -- 130 Euro | Touchscreen, Videoanrufe, gut für Senioren |
| Google Nest Hub (2. Gen) | 60 -- 90 Euro | Display, Schlafüberwachung |
| Apple HomePod mini | ca. 99 Euro | Nur Apple-Geräte |
Praktischer Einstieg: Ein Echo Show mit Display vereint Sprachsteuerung, Videoanrufe und Smart-Home-Zentrale. Schriftgröße und Antwortgeschwindigkeit lassen sich anpassen.
Routinen: Mit einem Sprachbefehl mehrere Aktionen auslösen. "Alexa, guten Morgen" schaltet das Licht ein, öffnet die Rollläden und liest das Wetter vor.
Matter-Standard: Geräte mit Matter-Logo funktionieren mit jedem Sprachassistenten (Alexa, Google, Apple). Kompatibilitätsprobleme zwischen Herstellern werden seltener.
2. Automatische Türöffner und smarte Schlösser
Einen Schlüssel zu drehen erfordert Greifkraft und Feinmotorik. Smarte Türschlösser öffnen per App, Fingerabdruck, Zahlencode oder automatisch bei Annäherung.
| Produkt | Preis | Besonderheit |
|---|---|---|
| Nuki Smart Lock Go | ab 99 Euro | Nachrüstbar ohne Bohren |
| Homematic IP Türschlossantrieb | ca. 150 Euro | Lokale Datenspeicherung |
| Nuki Smart Lock Ultra | ab 299 Euro | Auto-Unlock bei Annäherung |
| ekey uno Fingerprint | ab 200 Euro | Kein Schlüssel nötig |
Auto-Unlock: Viele Systeme entriegeln automatisch bei Annäherung per GPS oder Bluetooth -- besonders wertvoll mit Gehhilfe oder Rollstuhl. In Mietwohnungen vorher den Vermieter fragen. Mehr zum Thema Türverbreiterung.
3. Sturzsensoren und Notrufsysteme
Stürze sind die häufigste Unfallursache bei Senioren. Rund 30 Prozent der über 65-Jährigen stürzen mindestens einmal pro Jahr. Entscheidend ist die schnelle Hilfe nach einem Sturz — besonders wenn die Person allein lebt. Es gibt drei Technologie-Stufen:
- Klassischer Hausnotruf: Knopf am Handgelenk oder als Halskette, Person drückt aktiv. Anbieter: DRK, Johanniter, Malteser.
- Automatische Sturzerkennung per Wearable: Apple Watch (ab Series 4) und Samsung Galaxy Watch erkennen Stürze ohne aktives Drücken.
- Passive Radarsensoren: Rauminstallierter Sensor erkennt Stürze ohne Körperkontakt. Ideal bei Demenz.
| Lösung | Kosten | Laufende Kosten |
|---|---|---|
| Klassischer Hausnotruf (DRK, Johanniter) | 0 -- 50 Euro Gerät | 15 -- 30 Euro/Monat |
| Apple Watch mit Sturzerkennung | 250 -- 800 Euro | keine |
| Radarsensor (rauminstalliert) | 300 -- 600 Euro | gering |
| Sensortrittmatte (vor Bett) | 50 -- 150 Euro | keine |
Kostenübernahme: Der klassische Hausnotruf wird bei vorhandenem Pflegegrad von der Pflegekasse bezuschusst. Smarte Wearables werden in der Regel nicht übernommen. Mehr dazu unter Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.
4. Lichtsteuerung
Im Alter nimmt die Sehfähigkeit ab. Nachts wird der Weg zur Toilette zur Stolperfalle. Automatisches Licht beseitigt diese Gefahr.
| Lösung | Preis | Einsatzort |
|---|---|---|
| Steckdosen-Nachtlicht mit Bewegungsmelder | 8 -- 20 Euro | Flur, Schlafzimmer, WC |
| LED-Streifen für Treppenbeleuchtung | 20 -- 60 Euro | Treppenstufen |
| Philips Hue Starter-Set (Bridge + 3 Birnen) | 150 -- 280 Euro | Komplettes Zimmer |
| IKEA DIRIGERA Starter-Set | 120 -- 200 Euro | Günstigere Alternative |
Nacht-Routing: Der Bewegungsmelder im Schlafzimmer aktiviert gedimmtes, warmweißes Licht im Flur und WC. Kein blendendes Licht, keine Stolperfalle. Mehr zum Thema Nachtbeleuchtung und Einrichtung unter Barrierefreies Schlafzimmer.
5. Herdüberwachung und Abschaltautomatik
Der vergessene Herd ist eine der häufigsten Brandursachen. Besonders bei Demenz ist das Risiko hoch. Eine Herdüberwachung kombiniert Temperatursensor und Präsenzmelder: Verlässt die Person die Küche, schaltet das System den Herd automatisch ab. Die Bedienung ändert sich nicht.
| Produkt | Preis | Besonderheit |
|---|---|---|
| PIC-TEC Herdüberwachung HA2 | 150 -- 250 Euro | Präsenzmelder, kein Eingriff in Herd |
| INDEXA Herdwächter SGK5010 | 200 -- 350 Euro | Nach EN50615 zertifiziert |
Kostenübernahme: Einige Pflegekassen übernehmen Herdwächter als Pflegehilfsmittel bei Pflegegrad. Ärztliche Begründung erhöht die Chance. Mehr zur barrierefreien Küche.
6. Rollladensteuerung
Gurtwickler drehen oder Kurbeln betätigen -- für viele ältere Menschen irgendwann nicht mehr möglich. Elektrische Rollladensteuerung per Sprachbefehl oder App schafft Abhilfe.
| Produkt | Preis | Besonderheit |
|---|---|---|
| Homematic IP Rollladenaktor | 50 -- 70 Euro | Nachrüstbar, lokale Steuerung |
| SOMFY Rollladenmotor | 80 -- 200 Euro | Marktführer bei Antrieben |
Automatisierung: Rollläden öffnen morgens zu fester Uhrzeit, schließen bei Sonnenuntergang, fahren bei Sturm automatisch hoch. Per Routine kombinierbar mit "Guten Morgen" und "Gute Nacht".
7. Smarte Heizungssteuerung
Manuelle Thermostate sind oft schwer zu drehen. Smarte Thermostate regeln die Temperatur automatisch, zimmerweise per Sprache oder App.
| Produkt | Preis pro Heizkörper | Besonderheit |
|---|---|---|
| Homematic IP Thermostat | 40 -- 60 Euro | Offline-fähig, lokal |
| Bosch Smart Home Thermostat | 40 -- 70 Euro | Lokale Datenspeicherung |
| tado° Thermostat | 60 -- 80 Euro | Geofencing, Auto-Away |
Nützliche Funktionen: "Alexa, Schlafzimmer auf 20 Grad", Fenster-offen-Erkennung, automatische Nachtabsenkung. Einsparpotenzial: 10 bis 15 Prozent geringere Energiekosten.
8. Rauchmelder mit Smartphone-Benachrichtigung
Wenn Senioren allein leben oder schwerhörig sind, hört niemand den Alarm. Smarte Rauchmelder senden zusätzlich eine Benachrichtigung an Angehörige und können bei Alarm alle Lichter einschalten.
| Produkt | Preis | Besonderheit |
|---|---|---|
| Bosch Smart Home Rauchmelder II | 30 -- 50 Euro | Aktiviert Licht bei Alarm |
| Homematic IP Rauchwarnmelder | 30 -- 50 Euro | Vernetzung mehrerer Melder |
| Netatmo Rauchmelder | 60 -- 80 Euro | App-Benachrichtigung, kein Abo |
Rauchwarnmelder sind in allen Bundesländern Pflicht. Der Umstieg auf smarte Melder kostet nur wenige Euro mehr.
9. Videotelefonie für Senioren
Soziale Isolation ist ein ernstes Gesundheitsrisiko im Alter. Einfache Videotelefonie-Systeme halten den Kontakt zur Familie aufrecht, ohne dass Senioren ein Smartphone bedienen müssen.
| Gerät | Preis | Besonderheit |
|---|---|---|
| Amazon Echo Show 8/15 | 130 -- 250 Euro | Drop-In: Gerät nimmt automatisch ab, Person muss nichts drücken |
| enna Tablet | 300 -- 500 Euro | Kartensteuerung, keine Vorkenntnisse nötig |
| Konnekt Bildtelefon | 300 -- 600 Euro | 15-Zoll-Display, 6-cm-Ruftasten |
Drop-In-Funktion (Amazon Echo): Angehörige erreichen Senioren ohne Klingeln. Das Gerät nimmt automatisch an, Bild und Ton sind sofort aktiv. Das enna Tablet funktioniert mit physischen Karten -- Karte mit Foto der Tochter auflegen startet den Anruf.
10. Medikamentenreminder
Vergessene oder doppelte Medikamenteneinnahme ist ein häufiges Problem, besonders bei mehreren Medikamenten. Einfache Timer helfen bei leichter Vergesslichkeit. Bei Demenz braucht es automatische Dispenser mit Fernüberwachung.
| Typ | Preis | Empfehlung für |
|---|---|---|
| Tablettenbox mit Timer | 10 -- 25 Euro | Selbstständige Senioren |
| Wöchentlicher Dosierer mit Alarm | 25 -- 60 Euro | Mehrere Medikamente |
| Smarter Dispenser mit App | ca. 85 Euro | App-Benachrichtigung für Angehörige |
| Vollautomatischer Dispenser | 200 -- 500 Euro | Demenz, kognitive Einschränkungen |
App-Benachrichtigung: Smarte Dispenser senden eine Nachricht an Angehörige, wenn das Medikament nicht entnommen wurde. So ist eine Fernüberwachung möglich, ohne ständig vor Ort sein zu müssen.
Kostenübernahme: Ärztlich verordnete Medikamentendispenser können von der Krankenkasse übernommen werden, wenn sie im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind. Im Einzelfall bei der Krankenkasse anfragen.
Was kostet ein barrierefreies Smart Home?
Sie müssen nicht alles auf einmal kaufen. Die meisten Systeme lassen sich schrittweise erweitern.
Einzelkomponenten
| Komponente | Einstieg | Vollausstattung |
|---|---|---|
| Sprachassistent | 25 -- 35 Euro | 130 -- 250 Euro |
| Smartes Türschloss | 99 -- 150 Euro | 200 -- 300 Euro |
| Nachtlicht mit Bewegungsmelder | 8 -- 20 Euro | 50 -- 80 Euro |
| Rauchmelder (smart) | 30 -- 50 Euro | 60 -- 80 Euro |
| Herdüberwachung | 150 -- 350 Euro | 500 -- 999 Euro |
| Sturzsensor / Hausnotruf | 0 -- 50 Euro + Monatsbeitrag | 300 -- 600 Euro |
| Heizkörperthermostat | 40 -- 60 Euro | 60 -- 80 Euro pro Heizkörper |
| Medikamentendispenser | 25 -- 60 Euro | 200 -- 500 Euro |
Komplettpakete
| Paket | Kosten | Enthaltene Komponenten |
|---|---|---|
| Basis-Paket (Sicherheit) | 300 -- 700 Euro | Sprachassistent, Rauchmelder, Nachtlichter, Hausnotruf |
| Komfort-Paket | 1.000 -- 2.500 Euro | Basis + Rollläden, Thermostate, Türschloss, Herdwächter |
| Vollausstattung | 3.000 -- 8.000 Euro | Komplettes Smart-Home-System mit AAL-Funktionen |
| Professionelle Installation | 2.000 -- 5.000 Euro | Inklusive Handwerkerkosten, regional unterschiedlich |
Regionale Unterschiede: Professionelle Installation in München: 3.000 bis 5.000 Euro. In Dresden oder Leipzig: 2.000 bis 3.500 Euro.
Anbieter und Systeme im Vergleich
Es gibt keinen einzelnen Marktführer. Vier große Systeme decken den deutschen Markt ab.
| System | Datenspeicherung | Startpreis | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Homematic IP | Lokal (kein Cloud-Zwang) | 100 -- 300 Euro | Referenzsystem "Barrierefrei Leben" Hamburg |
| Bosch Smart Home | Lokal (auf Controller) | 70 -- 250 Euro | Bis 100 Geräte, guter Datenschutz |
| Apple HomeKit | Lokal (auf Apple TV/HomePod) | ab 99 Euro | Nur für Apple-Nutzer |
| Telekom Magenta SmartHome | Cloud (Telekom-Server) | ab 6 Euro/Monat | Viele Hersteller integrierbar |
Homematic IP und Bosch Smart Home sind die erste Wahl, wenn Datenschutz wichtig ist: Beide speichern alle Daten lokal und funktionieren ohne Internet. Homematic IP wird vom Verein "Barrierefrei Leben" Hamburg als Referenzsystem eingesetzt.
Apple HomeKit eignet sich für Haushalte mit vorhandenen Apple-Geräten. Telekom Magenta SmartHome ist am kompatibelsten (Miele, Philips, Samsung), aber Cloud-abhängig und kostenpflichtig.
Förderung: Was zahlen Pflegekasse und KfW?
Smart-Home-Technik für barrierefreies Wohnen kann gefördert werden. Die wichtigsten Anlaufstellen:
Pflegekasse: Bis zu 4.180 Euro
Die Pflegekasse zahlt bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (Pflegegrad 1 bis 5, Betrag unabhängig vom Grad).
Welche Smart-Home-Komponenten werden gefördert?
| Komponente | Förderfähig? | Hinweis |
|---|---|---|
| Hausnotruf / Notrufknopf | Ja | Auch laufende Kosten |
| Sturzsensoren | Im Einzelfall | Ärztliche Begründung nötig |
| Herdüberwachung | Im Einzelfall | Bei Demenz / Sicherheitsrisiko |
| Automatischer Türöffner | Ja | Bei eingeschränkter Mobilität |
| Rollladensteuerung | Im Einzelfall | Wenn manuelle Bedienung unmöglich |
| Sprachassistent | Nein | Kein Pflegehilfsmittel |
Wichtig: Antrag immer vor Beginn der Maßnahme stellen. Begründung durch Pflegedienst oder Hausarzt erhöht die Chance. Mehr dazu unter Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.
KfW: Zuschuss und Kredit
KfW 455-B (Zuschuss bis 12,5 Prozent): War 2025 pausiert und ist ab Frühjahr 2026 wieder beantragbar (50 Millionen Euro Budget). Der Zuschuss deckt bis zu 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten. Antrag vor Beginn der Maßnahme stellen.
KfW 159 (Förderkredit): Bis zu 50.000 Euro zinsgünstiger Kredit pro Wohneinheit. Aktuell verfügbar und nicht an ein Zeitfenster gebunden.
Was ist KfW-förderfähig? Smart-Home-Komponenten, die der Barrierefreiheit dienen: automatische Türöffnung, Bedienungshilfen wie Sprachsteuerung als Ersatz für manuelle Bedienung, Notrufsysteme und Sicherheitsfunktionen.
Mehr zu allen Förderprogrammen in unserem Förder-Ratgeber und der Förder-Übersicht nach Bundesland.
Rechenbeispiel: Ein Komfort-Paket für 2.000 Euro kann bei vorhandenem Pflegegrad vollständig von der Pflegekasse übernommen werden (unter 4.180 Euro, Eigenanteil: 0 Euro).
Datenschutz: Lokal vs. Cloud
Smart-Home-Geräte sammeln Daten: Bewegungsprofile, Nutzungszeiten, bei Gesundheitsgeräten auch Vitaldaten. 60 Prozent der deutschen Nutzer kritisieren die unzureichende Information der Anbieter über Datenschutz.
| Kriterium | Lokale Lösung | Cloud-Lösung |
|---|---|---|
| Daten bleiben | In der Wohnung | Auf Server des Anbieters |
| DSGVO | Einfacher | Komplexer, Serverstandort relevant |
| Internetausfall | System funktioniert weiter | System fällt aus |
| Fernzugriff | Möglich per VPN | Einfach über App |
Empfehlung: Für Gesundheitsdaten (Sturzerkennung, Bewegungsprofile) lokale Systeme bevorzugen: Homematic IP, Bosch Smart Home oder Apple HomeKit. Für Komfortfunktionen (Licht, Rollläden) sind Cloud-Systeme vertretbar. Der Sprachassistent (Alexa, Google) läuft zwangsläufig über die Cloud — das ist der Kompromiss für Sprachsteuerung.
Sicherheitstipps: Firmware regelmäßig aktualisieren, starke Passwörter verwenden, separates WLAN-Netzwerk für Smart-Home-Geräte einrichten.
Schritt für Schritt: Smart Home nachrüsten
Sie müssen nicht sofort ein komplettes System kaufen. Starten Sie mit drei Geräten für unter 200 Euro:
| Gerät | Kosten | Nutzen |
|---|---|---|
| Amazon Echo Show 8 | ca. 100 Euro | Sprachsteuerung, Videoanrufe, Erinnerungen |
| 2 Nachtlichter mit Bewegungsmelder | ca. 20 Euro | Sturzprävention im Flur und Bad |
| 1 smarte Steckdose | ca. 15 Euro | Lampen per Sprache schalten |
| Gesamt | ca. 135 Euro |
Einrichtung dauert 30 Minuten, kein Handwerker nötig. Testen Sie zwei Wochen, ob Sprachsteuerung und automatisches Licht den Alltag verbessern.
Dann schrittweise erweitern: Smarter Rauchmelder und Hausnotruf (Schritt 2, 300 -- 500 Euro), Thermostate und Rollläden (Schritt 3, 500 -- 1.500 Euro), professionelle Vollausstattung (Schritt 4, ab 2.000 Euro). Fachbetriebe in Ihrer Nähe finden.
Häufige Fragen
Was bezahlt die Pflegekasse für Smart Home?
Bis zu 4.180 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (ab Pflegegrad 1). Direkt förderfähig: Hausnotruf und automatische Türöffner. Sturzsensoren und Herdwächter im Einzelfall. Antrag vor Beginn stellen.
Welches Smart-Home-System ist für Senioren am besten?
Homematic IP und Bosch Smart Home: lokale Datenspeicherung, funktionieren ohne Internet, breites Sortiment. Homematic IP ist Referenzsystem des Vereins "Barrierefrei Leben" Hamburg. Für Apple-Nutzer: HomeKit.
Kann ich Smart Home in einer Mietwohnung nachrüsten?
Ja, die meisten Geräte (Sprachassistent, Nachtlichter, Thermostate, Rauchmelder) sind ohne Bohren installierbar und beim Auszug entfernbar. Für smarte Türschlösser und Rollladensteuerung sollten Sie die Erlaubnis des Vermieters einholen.
Brauche ich einen Internetanschluss für Smart Home?
Für Sprachsteuerung (Alexa, Google) ja. Homematic IP und Bosch Smart Home funktionieren auch ohne Internet -- dann allerdings ohne Sprachsteuerung und ohne Fernzugriff. Für Benachrichtigungen an Angehörige bei Sturz oder Rauch ist Internet erforderlich.
Was kostet ein barrierefreies Smart Home komplett?
Basis-Paket: 300 bis 700 Euro. Komfort-Paket: 1.000 bis 2.500 Euro. Vollausstattung: 3.000 bis 8.000 Euro. Bei Pflegegrad bis 4.180 Euro von der Pflegekasse.
Ist Smart Home für demenzkranke Personen geeignet?
Ja, besonders die Herdabschaltautomatik, passive Sturzerkennung und automatisches Nachtlicht. Entscheidend: Das System arbeitet im Hintergrund und erfordert keine aktive Bedienung.
Fazit
Ein barrierefreies Smart Home ist kein Luxus, sondern eine Investition in Selbstständigkeit. Der Einstieg kostet unter 200 Euro. Mit Pflegekasse (bis 4.180 Euro) und KfW (ab Frühjahr 2026 als Zuschuss) kann ein Komfort-Paket vollständig finanziert werden.
Beginnen Sie mit einem Sprachassistenten und zwei Nachtlichtern. Wenn das den Alltag verbessert, erweitern Sie schrittweise. Fachbetriebe in Ihrer Region beraten zur Installation und helfen bei Förderanträgen.
Mehr zum Thema altersgerecht umbauen und Förderung für barrierefreien Umbau.
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