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Barrierefreies Bad

Badewanne zur Dusche umbauen: Kosten, Ablauf & Förderung 2026

15. März 20267 Min. Lesezeit

Wann der Umbau sinnvoll ist

Die Badewanne wird zum Hindernis, wenn das Ein- und Aussteigen schwerfällt. Nach einer Hüft-OP, bei Gleichgewichtsproblemen oder einfach mit zunehmendem Alter wird der hohe Wannenrand zum Sturzrisiko. Eine ebenerdige Dusche beseitigt dieses Risiko und macht das Bad wieder sicher nutzbar.

Häufige Gründe für den Umbau:

  • Hoher Wannenrand (55–60 cm) wird zur Stolperfalle
  • Stehen in der Badewanne ist unsicher, Duschen wird gefährlich
  • Pflegebedürftigkeit — Pflege in der Dusche ist für alle Beteiligten einfacher
  • Platzgewinn — eine Dusche braucht weniger Grundfläche als eine Wanne
  • Wasserverbrauch — Duschen spart 60–80 % Wasser gegenüber Vollbad

Was kostet der Umbau?

Die Kosten hängen davon ab, wie aufwendig der Umbau wird. Hier die drei typischen Varianten:

Variante 1: Dusche mit Duschwanne (einfachste Lösung)

Die alte Badewanne wird entfernt und durch eine flache Duschwanne (2–5 cm Einstiegshöhe) ersetzt. Die vorhandenen Anschlüsse werden genutzt, Fliesen nur im direkten Umfeld erneuert.

PostenKosten
Demontage Badewanne + Entsorgung200 – 400 €
Flache Duschwanne + Ablauf300 – 800 €
Installation + Anschluss800 – 1.500 €
Fliesen + Abdichtung (Teilfläche)500 – 1.200 €
Duschabtrennung (Glas)400 – 1.200 €
Gesamt2.200 – 5.100 €

Dauer: 2–4 Werktage

Variante 2: Bodengleiche Dusche (barrierefreier Standard)

Die Badewanne wird entfernt, der Boden wird geöffnet und eine komplett ebenerdige Dusche mit Bodenablauf eingebaut. Aufwendiger, aber die beste Lösung für langfristige Barrierefreiheit.

PostenKosten
Demontage + Bodenöffnung500 – 1.000 €
Duschelement + Ablaufsystem500 – 1.500 €
Abdichtung nach DIN 18534800 – 2.000 €
Estrich + Gefälle400 – 800 €
Fliesen (R11 rutschfest)600 – 1.500 €
Duschabtrennung400 – 1.200 €
Gesamt3.200 – 8.000 €

Dauer: 5–10 Werktage (plus Trocknungszeiten)

Alles zur Technik, Aufbauhöhe und Ablaufsystemen: Bodengleiche Dusche nachrüsten

Variante 3: Komplette Badsanierung

Wer ohnehin das gesamte Bad modernisieren möchte, kann den Wannen-zu-Dusche-Umbau gleich mit einplanen. Dann werden auch WC, Waschtisch, Fliesen und Beleuchtung erneuert.

PostenKosten
Komplettumbau Bad (6–8 m²)8.000 – 20.000 €
Davon: Duschbereichca. 3.000 – 5.000 €

Dauer: 2–4 Wochen

Eine ausführliche Kostenaufstellung für alle Varianten: Was kostet ein barrierefreier Badumbau?

Förderung: Bis zu 10.000 Euro Zuschuss

Der Umbau von der Badewanne zur Dusche ist förderfähig. Je nach Ihrer Situation können Sie mehrere Töpfe kombinieren.

Pflegekasse: Bis zu 4.180 Euro

Bei anerkanntem Pflegegrad (1–5) erhalten Sie bis zu 4.180 Euro als Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Der Antrag muss vor dem Umbau gestellt werden.

Wichtig: Die Pflegekasse ist oft der schnellste Weg. Der Zuschuss ist sofort verfügbar und nicht budgetabhängig wie die KfW.

Alles zum Pflegekassen-Antrag

KfW 455-B: Bis zu 2.500 Euro (ab Frühjahr 2026)

Das KfW-Zuschuss­programm 455-B kehrt im Frühjahr 2026 mit 50 Millionen Euro Budget zurück. Für den Wannen-zu-Dusche-Umbau als Einzelmaßnahme gibt es 10 % der Kosten, maximal 2.500 Euro. Kein Pflegegrad nötig.

Achtung: Das Budget wird schnell aufgebraucht sein. Bereiten Sie sich jetzt vor: KfW 455-B 2026 — Vorbereitung und Antrag

Krankenkasse: Hilfsmittel auf Rezept

Einzelne Hilfsmittel wie Haltegriffe, Duschsitz oder eine Toilettensitzerhöhung werden von der Krankenkasse auf ärztliche Verordnung bezahlt — auch ohne Pflegegrad.

Steuer: Bis zu 1.200 Euro pro Jahr

20 % der Handwerker-Arbeitskosten (ohne Material) können Sie über die Steuererklärung zurückholen, maximal 1.200 Euro pro Jahr (§ 35a EStG). Voraussetzung: Rechnung und bargeldlose Zahlung.

Kombination: Bis zu 8.000 Euro+

FördertopfZuschuss
Pflegekassebis 4.180 €
KfW 455-Bbis 2.500 €
Steuer § 35abis 1.200 €
Summebis 7.880 €

In Bundesländern wie Hessen, Hamburg oder Bayern kommen Landesprogramme hinzu. Alle Förderungen im Überblick

Worauf Sie bei der Planung achten sollten

Aufbauhöhe prüfen lassen

Die Aufbauhöhe Ihres Bodens bestimmt, welches Ablaufsystem möglich ist. Ab 15 cm ist ein Standard-Einbau möglich, unter 8 cm wird es aufwendiger. Ein Fachbetrieb prüft das beim ersten Besichtigungstermin. Details: Bodengleiche Dusche nachrüsten

Duschfläche: Mindestens 120 x 120 cm

Für Barrierefreiheit nach DIN 18040-2 muss die Dusche mindestens 120 x 120 cm groß sein. Für Rollstuhlfahrer: 150 x 150 cm. Die meisten Badewannen sind 170–180 cm lang und 70–80 cm breit — der frei werdende Platz reicht also problemlos.

Rutschfeste Fliesen wählen

Im Duschbereich sind Fliesen mit Bewertungsgruppe R11 und Barfußklasse B empfohlen. Moderne R11-Fliesen sehen nicht anders aus als glatte Fliesen, bieten aber deutlich mehr Halt.

Duschabtrennung: Glas statt Vorhang

Eine Glasabtrennung (fest oder schwenkbar) ist hygienischer und langlebiger als ein Duschvorhang. Für Barrierefreiheit sollte die Tür nach außen schwenken oder als Schiebetür ausgeführt werden.

Haltegriffe einplanen

Planen Sie von Anfang an Haltegriffe im Duschbereich ein — auch wenn sie heute noch nicht nötig scheinen. Später nachzurüsten ist möglich, aber die Montage in bereits gefliesten Wänden ist aufwendiger. Lassen Sie zumindest Verstärkungen in der Wand setzen.

Sonderfälle

Mietwohnung

Sie brauchen die schriftliche Zustimmung Ihres Vermieters. Bei Pflegegrad oder Schwerbehinderung muss der Vermieter in der Regel zustimmen, kann aber den Rückbau bei Auszug verlangen. Förderung über Pflegekasse und KfW ist auch für Mieter möglich.

Ausführlicher Ratgeber: Mietwohnung barrierefrei umbauen

Eigentumswohnung

Arbeiten innerhalb Ihrer Wohnung (Sondereigentum) können Sie ohne Zustimmung durchführen. Wenn die Abwasserleitung durch die Kellerdecke verändert werden muss (Gemeinschaftseigentum), brauchen Sie einen WEG-Beschluss.

Badewanne behalten und zusätzliche Dusche

Wenn genug Platz vorhanden ist, können Sie die Wanne behalten und eine separate Dusche einbauen. Alternativ gibt es Kombinationslösungen: Eine Badewannentür senkt den Einstieg auf 15–20 cm, ohne die Wanne komplett zu entfernen. Kosten: 800–2.500 Euro.

Ablauf: So läuft der Umbau Schritt für Schritt

  1. Fachbetrieb suchen — Holen Sie mindestens 3 Angebote von spezialisierten Betrieben ein
  2. Förderung beantragen — Antrag bei Pflegekasse und/oder KfW vor dem Umbau stellen
  3. Aufbauhöhe prüfen — Der Fachbetrieb prüft beim Aufmaß die technische Machbarkeit
  4. Angebot beauftragen — Erst nach Förderzusage den Handwerkervertrag unterschreiben
  5. Umbau durchführen — Je nach Variante 2–10 Werktage
  6. Abnahme — Gemeinsam mit dem Handwerker Mängel prüfen und protokollieren
  7. Rechnungen einreichen — Bei Pflegekasse, KfW und/oder Steuererklärung

Häufige Fragen

Was kostet es, eine Badewanne durch eine Dusche zu ersetzen?

Je nach Variante 2.200 bis 8.000 Euro. Eine einfache Duschwanne als Ersatz kostet 2.200–5.100 Euro, eine bodengleiche Dusche 3.200–8.000 Euro. Bei einer Komplettsanierung des Bads 8.000–20.000 Euro. Mit Förderung (Pflegekasse + KfW + Steuer) sinkt der Eigenanteil um bis zu 8.000 Euro.

Wie lange dauert der Umbau?

2–4 Werktage für eine einfache Duschwanne, 5–10 Werktage für eine bodengleiche Dusche. Dazu kommen Trocknungszeiten für Estrich (3–6 Wochen bei konventionellem Estrich, 1–2 Wochen mit Schnellestrich).

Brauche ich einen Pflegegrad für den Umbau?

Nein. Den Umbau kann jeder durchführen lassen. Für den Pflegekassen-Zuschuss (4.180 Euro) brauchen Sie einen Pflegegrad. Die KfW fördert auch ohne Pflegegrad.

Ist der Umbau in einer Mietwohnung möglich?

Ja, mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters. Bei Pflegebedürftigkeit muss der Vermieter in der Regel zustimmen. Förderung über Pflegekasse und KfW steht auch Mietern offen.

Kann ich die Badewanne behalten?

Ja. Wenn genug Platz ist, können Wanne und Dusche nebeneinander existieren. Alternativ gibt es Badewannentüren (800–2.500 Euro), die den Einstieg erleichtern, ohne die Wanne zu entfernen.

Lohnt sich eine bodengleiche Dusche gegenüber einer flachen Duschwanne?

Langfristig ja. Eine bodengleiche Dusche ist komplett schwellenlos und damit auch mit Rollstuhl oder Rollator nutzbar. Die flache Duschwanne (2–5 cm Einstieg) ist günstiger und einfacher einzubauen, stellt aber bei starker Mobilitätseinschränkung eine Barriere dar.

Nächste Schritte

  1. Bodengleiche Dusche nachrüsten — Technik, Aufbauhöhe und Ablaufsysteme im Detail
  2. Barrierefreies Bad Checkliste — Alle Maßnahmen nach DIN 18040-2
  3. Förderung barrierefreier Umbau — Alle Fördertöpfe im Überblick
  4. Fachbetriebe in Ihrer Nähe finden — Kostenvoranschläge von spezialisierten Betrieben

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