Türen & Eingänge mit KfW 455-B fördern: Anforderungen & Kosten
Türen und Eingänge: Häufigste Hürde, einfachste Lösung
Zu schmale Türen und Eingangsstufen sind die häufigsten Barrieren in deutschen Wohngebäuden. Rund 80 % der vor 1990 gebauten Wohnungen haben Innentüren mit nur 70–75 cm lichter Breite — zu schmal für Rollstühle, Rollatoren und Gehhilfen.
Die KfW fördert den Abbau dieser Barrieren über das Programm 455-B mit bis zu 2.500 Euro (Einzelmaßnahme, 10 %) oder 6.250 Euro (Standard „Altersgerechtes Haus", 12,5 %).
Alle Grundlagen zum Programm: KfW 455-B 2026 Ratgeber. Zur Antragstellung: Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Was die KfW bei Türen und Eingängen fördert
Türverbreiterung
Die wichtigste Einzelmaßnahme. Die KfW verlangt:
| Anforderung | KfW-Mindestmaß |
|---|---|
| Lichte Durchgangsbreite | Mind. 80 cm |
| Lichte Durchgangshöhe | Mind. 205 cm |
| Schwellenhöhe | Max. 20 mm |
Kosten pro Tür:
| Methode | Kosten | Wann sinnvoll? |
|---|---|---|
| Zarge austauschen (gleiche Wandöffnung nutzen) | 400–800 € | Wenn vorhandene Öffnung >82 cm |
| Wandöffnung vergrößern (Sturz versetzen) | 800–2.500 € | Standardfall bei Altbauten |
| Schiebetür einbauen | 600–2.000 € | Raumgewinn, kein Schwenkbereich |
| Faltbare Tür | 500–1.500 € | Enge Flure |
Ausführlicher Ratgeber mit allen Methoden: Türverbreiterung.
Schwellenabbau
Schwellen über 20 mm sind für Rollstühle und Rollatoren ein Hindernis.
| Maßnahme | Kosten |
|---|---|
| Schwelle abfräsen oder entfernen | 100–300 € pro Tür |
| Übergangsschiene/Rampe einbauen | 50–200 € pro Tür |
| Bodenniveauanpassung | 200–600 € pro Tür |
Barrierefreier Hauseingang
Der Weg vom öffentlichen Raum bis zur Wohnungstür gehört zum Förderumfang:
| Maßnahme | Kosten |
|---|---|
| Eingangsstufen beseitigen + Rampe | 2.000–8.000 € |
| Handläufe am Eingang (beidseitig) | 300–800 € |
| Automatischer Türöffner (Haustür) | 1.500–3.500 € |
| Gegensprechanlage mit Kamera | 500–1.500 € |
| Beleuchtung und Bewegungsmelder | 200–600 € |
| Wetterschutz (Vordach) | 500–2.000 € |
Automatische Türsysteme
Elektrische Türöffner und automatische Schiebetüren sind förderfähig als Maßnahme zur Barrierereduzierung:
| System | Kosten |
|---|---|
| Elektrischer Türantrieb (Nachrüstung) | 1.500–3.000 € |
| Automatische Schiebetür (innen) | 2.000–4.000 € |
| Smart-Home-Türsteuerung (Sprachsteuerung, App) | 500–2.000 € |
Rechenbeispiele
Beispiel 1: Drei Innentüren verbreitern
| Position | Betrag |
|---|---|
| 3× Wandöffnung vergrößern + neue Zarge + Tür | 4.500 € |
| 3× Schwellenabbau | 450 € |
| Gesamtkosten | 4.950 € |
| KfW 455-B (10 % Einzelmaßnahme) | – 495 € |
| Eigenanteil | 4.455 € |
Beispiel 2: Hauseingang barrierefrei
| Position | Betrag |
|---|---|
| Eingangsstufen beseitigen + Rampe | 5.000 € |
| Automatischer Türöffner | 2.500 € |
| Handlauf + Beleuchtung | 800 € |
| Gesamtkosten | 8.300 € |
| KfW 455-B (10 %, max. 2.500 €) | – 830 € |
| Eigenanteil | 7.470 € |
Beispiel 3: Türen + Eingang + Bad (Standard)
| Position | Betrag |
|---|---|
| 4× Türverbreiterung + Schwellenabbau | 7.000 € |
| Barrierefreier Eingang (Rampe + Handlauf) | 4.000 € |
| Barrierefreies Bad | 11.000 € |
| Smart-Home (Beleuchtung, Türsteuerung) | 2.000 € |
| Gesamtkosten | 24.000 € |
| KfW 455-B (12,5 % Standard, max. 6.250 €) | – 3.000 € |
| Pflegekasse (für Bad) | – 4.180 € |
| Eigenanteil | 16.820 € |
Durch die Kombination mit dem barrierefreien Bad und der Pflegekasse sinkt der Eigenanteil deutlich. Mehr Kombinationsmöglichkeiten: Alle Förderungen im Überblick.
KfW-Anforderungen im Detail
Lichte Breite messen
Die lichte Breite ist der freie Durchgang zwischen den Zargen — nicht die Breite des Türblatts oder der Wandöffnung.
| Messung | So messen Sie |
|---|---|
| Lichte Breite | Zwischen den inneren Kanten der Zargen |
| Lichte Höhe | Vom Boden bis zur Unterkante des Sturzes |
| Schwellenhöhe | Vom tiefsten Punkt der Bodenfläche bis zur Oberkante der Schwelle |
Häufiger Fehler: Eine Tür mit 80 cm breitem Türblatt hat oft nur 77–78 cm lichte Breite, weil die Zargen den Durchgang verengen. Die KfW misst die lichte Breite, nicht die Türblattbreite.
Barrierefreie vs. rollstuhlgerechte Türen
| Standard | Lichte Breite | Lichte Höhe | Schwelle |
|---|---|---|---|
| Barrierefrei (DIN 18040-2) | Mind. 80 cm | Mind. 205 cm | Max. 20 mm |
| Rollstuhlgerecht (DIN 18040-2 R) | Mind. 90 cm | Mind. 205 cm | Max. 20 mm |
Die KfW verlangt mindestens den barrierefreien Standard (80 cm). Wenn Sie für die Zukunft planen, empfehlen wir den rollstuhlgerechten Standard (90 cm) — der Aufpreis für 10 cm mehr ist gering.
Schiebetüren: Die smarte Alternative
Schiebetüren sind bei Türverbreiterungen oft die bessere Wahl als Drehtüren:
Vorteile:
- Kein Schwenkbereich nötig → mehr nutzbare Fläche im Raum
- Leichter zu bedienen (eine Hand reicht)
- Kein Einklemmrisiko
- Schwellenfreier Einbau möglich
Nachteile:
- Benötigt Wandfläche neben der Öffnung (für Laufschiene)
- Schlechterer Schallschutz als massive Drehtüren
- Nachrüstung in vorhandene Wand aufwendiger
Kosten Schiebetür: 600–2.000 € (inkl. Montage). Als KfW-Maßnahme förderfähig.
Häufige Fragen
Wie breit muss eine barrierefreie Tür nach KfW sein?
Mindestens 80 cm lichte Durchgangsbreite (nicht Türblattbreite). Das ist der freie Durchgang zwischen den Zargen. Für Rollstuhlnutzer empfehlen wir mindestens 90 cm.
Was kostet eine Türverbreiterung?
Zwischen 400 Euro (nur Zarge austauschen) und 2.500 Euro (Wandöffnung vergrößern mit Sturz versetzen). Bei tragenden Wänden kann es teurer werden. Der Durchschnitt liegt bei 1.000–1.500 Euro pro Tür. Ausführlich: Türverbreiterung-Ratgeber.
Fördert die KfW auch Schiebetüren?
Ja, Schiebetüren sind als Maßnahme zur Barrierereduzierung förderfähig, wenn sie mindestens 80 cm lichte Breite bieten und schwellenfrei eingebaut werden.
Kann ich einzelne Türen mit KfW fördern oder müssen alle Türen umgebaut werden?
Sie können auch einzelne Türen als Einzelmaßnahme beantragen (Zuschuss: 10 %, max. 2.500 €). Für den höheren Standard „Altersgerechtes Haus" (12,5 %, max. 6.250 €) müssen allerdings alle Förderbereiche erfüllt werden — nicht nur Türen.
Mein Vermieter erlaubt keine Wanddurchbrüche. Was tun?
Vermieter müssen barrierefreien Umbauten grundsätzlich zustimmen, wenn der Mieter die Kosten trägt (BGB § 554). Alternativ: Schiebetüren oder Falttüren, die ohne Wandeingriff montiert werden und beim Auszug rückgebaut werden können.
Fördert die KfW auch einen automatischen Türöffner?
Ja. Elektrische Türantriebe und automatische Türsysteme sind als Maßnahme zur Barrierereduzierung förderfähig. Besonders sinnvoll an der Hauseingangstür und an häufig genutzten Innentüren.
Nächste Schritte
- Türverbreiterung-Ratgeber — Methoden, DIN-Normen, Kosten
- KfW 455-B Antrag vorbereiten — Schritt-für-Schritt
- Alle Förderungen kombinieren — maximale Fördersumme
- Fachbetriebe für Türen finden — Angebote einholen
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